Mit der Lichtkunst bezeichnet man eine mittlerweile eigenständige
Kunstgattung, die einen genauso wichtigen Faktor, wie die Malerei, Plastik oder
Fotografie in der Kunst hat.
Ein Hauptwerk der Lichtkunst ist z.B. die Diagonale vom 25. Mai (1963) von Dan
Flavin, welches eine Lichtleiste mit einer gelben Leuchtstoffröhre darstellt.
In dieser Kunstgattung wird also Licht als Werkstoff gebraucht, Leuchten
kunstvoll in Szene gesetzt. Genau dies hat sich auch die Tänzerin Loie Fuller im
Jahre 1892 zum Nutzen gemacht. Sie vollführte einen Tanz und trug dabei einen
weißen Umhang, den sie um ihren Körper geschlungen hatte, wobei in den
Ärmeln Aluminiumstäbe in den Stoff eingenäht waren und sie vom Bühnenboden
aus mit einer Lichtbogenlampe beleuchtet wurde. So entstand ein Kunstwerk
des Lichtes durch den Einsatz von Leuchten.
Diese Form der abstrakten Kunst kam dank der Fotografie zur Geltung. Es geht
den Künstlern darum ein „Neues Sehen“ zu schaffen und dabei das Licht als
neues Werkzeug hinzu zu nehmen. Mehr Objektivität ist es, was sie wollen.
Lázló Moholy-Nagy bringt dies in seinem Werk „Licht-Raum-Modulator“
(1920-1930) sehr gut zum Ausdruck. Man begutachtet einen Kasten, in welchem
verschiedene Glühlampen montiert sind, wobei einzelne Lampen an
unterschiedlichen Stellen aufleuchten. Das Schaffen von linearen Schatten- und
Farbprojektionen auf einer dunklen Wand war sein Ziel.
Jedoch wird das Licht wenig später zu nationalsozialistischen Zwecken
ausgenutzt und verliert dadurch seinen Glanz. Flakscheinwerfer wurden bei
Propaganda-Aufmärschen eingesetzt und auch Albrecht Speer missbraucht das
Licht für seine Zwecke.
Wenig später wird häufiger auf künstlich erzeugtes Licht zurückgegriffen, wobei
dann schöne Lichtballette und Lichtspiele entstanden sind. Häufig gebrauchen
die Künstler z.B. Handlampen oder Leuchtröhren. Allerdings versucht jeder von
ihnen etwas anderes hervorzuheben und zum Ausdruck zu bringen. Sei es
diffuses Licht oder Lichträume dimensions- und grenzenlos darzustellen, den
Künstlern mangelte es nicht an Ideen und das bis heute.
Des Weiteren finden sich Lampen und Leuchten ebenfalls in der Werbung
wieder, welches man ebenfalls als künstlerisch bezeichnen kann. Im Jahre 1879
wurden die Lichtreklamen mit Glühbirnen betrieben, doch kurze Zeit später fand
man dann die Neonröhre und brachte diese groß heraus. Allerdings besteht da
die Gefahr, dass nur die bunten Neonlichter im Vordergrund stehen und die
eigentliche künstlerische Botschaft droht unterzugehen.
Allgemein gesprochen versuchen die Künstler das Licht als ein Medium
anzusehen, welches eine ästhetische Wirkung hat und eine
Auseinandersetzung zwischen dem Gestern und Heute erlaubt. Mit der Wahl der
richtigen Leuchten ist nämlich auch dies möglich.
